Du planst eure Hochzeit, und irgendwann taucht die grosse Frage auf: Was kostet eigentlich ein guter Hochzeitsfotograf? Die ehrliche Antwort lautet: mehr, als viele zuerst denken. Und trotzdem lohnt sich jeder Franken, wenn du weisst, wofür du bezahlst. In diesem Ratgeber zeige ich dir, mit welchen Preisen du in der Schweiz rechnen kannst, was alles im Preis steckt und worauf du beim Vergleichen achten solltest.
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Kurz und ehrlich: Mit diesen Kosten rechnest du
Für eine Ganztagsreportage, also vom Getting Ready bis zur Party, zahlst du in der Schweiz meist zwischen 2’500 und 5’500 Franken. Gefragte Fotografinnen und Fotografen mit viel Erfahrung liegen auch darüber, 6’000 Franken und mehr sind keine Seltenheit. Kürzere Begleitungen, etwa nur für Trauung und Paarshooting, sind entsprechend günstiger.
Zur Einordnung: Eine Hochzeit kostet in der Schweiz im Durchschnitt zwischen 25’000 und 45’000 Franken. Der Fotograf macht davon also grob einen Zehntel aus. Für Bilder, die ihr ein Leben lang anschaut, ist das eine faire Gewichtung.
Warum ein Hochzeitsfotograf so viel kostet
Du bezahlst nicht nur die Stunden an eurem Hochzeitstag. Hinter jeder Hochzeit steckt deutlich mehr Arbeit, als man von aussen sieht:
- Vorbereitung: Kennenlerngespräch, Ablauf besprechen, manchmal die Location vorher anschauen.
- Der Tag selbst: oft 8 bis 12 Stunden voll konzentriert, ohne echte Pause.
- Nachbearbeitung: Bilder auswählen, Farben und Licht abstimmen, retuschieren. Pro Hochzeitstag rechnen viele Profis mit zwei bis drei Tagen am Computer.
- Ausrüstung: zwei Kameras, lichtstarke Objektive, Blitze, Ersatzakkus und doppelte Datensicherung. Ein Profi hat für alles ein Backup, denn euer Tag lässt sich nicht wiederholen.
- Selbständigkeit: Versicherungen, AHV, Ferien, Weiterbildung, Website. All das muss über eine begrenzte Anzahl Hochzeiten im Jahr reinkommen, denn die Saison ist kurz.
Wenn du also ein Angebot über 3’500 Franken siehst, steckt dahinter oft eine ganze Arbeitswoche.
Was den Preis beeinflusst
| Faktor | Was es bedeutet | Einfluss auf den Preis |
|---|---|---|
| Dauer der Begleitung | Nur Trauung, halber Tag oder bis zur Party | gross |
| Erfahrung und Stil | Einsteiger, etablierter Profi oder gefragter Name | gross |
| Zweiter Fotograf | Mehr Perspektiven, zum Beispiel Braut und Bräutigam gleichzeitig beim Getting Ready | mittel bis gross |
| Wochentag und Saison | Samstage von Mai bis September sind am stärksten gefragt | mittel |
| Anreise und Übernachtung | Hochzeit in den Bergen oder weit weg vom Wohnort des Fotografen | klein bis mittel |
| Album und Abzüge | Gedrucktes Hochzeitsalbum, Prints für Eltern und Trauzeugen | mittel |
| Zusatzshootings | Verlobungsshooting oder After-Wedding-Shooting | klein bis mittel |
Versteckte Kosten: Darauf achtest du im Angebot
- Mehrwertsteuer: Frag nach, ob die Preise inklusive MWST sind. Fotografen mit mehr als 100’000 Franken Jahresumsatz müssen 8,1 Prozent dazurechnen.
- Überstunden: Die Party dauert länger als geplant? Kläre vorher, was jede zusätzliche Stunde kostet.
- Anfahrt und Spesen: Kilometer, Parkgebühren, Hotel und Verpflegung am Tag.
- Lieferzeit: Wann bekommst du die fertigen Bilder? Üblich sind einige Wochen. Eine schnellere Lieferung kostet manchmal einen Zuschlag.
- Nutzungsrechte: Dazu gleich mehr, denn hier lauern die teuersten Überraschungen.
Nutzungsrechte: das Kleingedruckte, das viele vergessen
In der Schweiz bleibt das Urheberrecht an den Bildern beim Fotografen. Ihr erhaltet ein Nutzungsrecht, und wie weit dieses geht, steht im Vertrag. Kläre deshalb vor der Buchung:
- Dürft ihr die Bilder auf Instagram, Facebook und Co. teilen?
- Dürft ihr Bilder an Familie und Freunde weitergeben?
- Dürft ihr Abzüge und Fotobücher drucken lassen, wo ihr wollt?
- Darf der Fotograf eure Bilder für sein Portfolio oder seine Werbung nutzen? Und wollt ihr das?
Wer Nutzungsrechte nachträglich kaufen muss, zahlt laut Erfahrungsberichten schnell mehrere Hundert bis über tausend Franken. Lass dir die Rechte deshalb schriftlich im Vertrag bestätigen.
Übrigens: Auch eure Gäste haben Rechte an ihrem Bild. Wie das in der Schweiz geregelt ist, liest du im Beitrag Recht am eigenen Bild.
So findest du den passenden Fotografen
- Früh anfragen: Beliebte Hochzeitsfotografen sind gerade in Zürich, Genf oder im Tessin oft schon ein Jahr im Voraus ausgebucht. Für einen Samstag im Sommer beginnst du am besten so früh wie möglich mit der Suche.
- Ganze Hochzeiten anschauen: Lass dir nicht nur die zehn schönsten Bilder zeigen, sondern eine komplette Galerie einer Hochzeit. So siehst du, ob die Qualität über den ganzen Tag hält, auch in dunklen Kirchen und am späten Abend.
- Stil prüfen: Hell und luftig, dunkel und stimmungsvoll, dokumentarisch oder eher gestellt? Der Stil sollte zu euch passen, nicht umgekehrt.
- Persönlich kennenlernen: Ein Videocall oder ein Kaffee zeigt dir schnell, ob die Chemie stimmt. Diese Person ist an eurem emotionalsten Tag ganz nah bei euch.
- Vertrag genau lesen: Leistungen, Stunden, ungefähre Anzahl Bilder, Lieferzeit, Nutzungsrechte, Anzahlung und was bei Krankheit passiert. Ein seriöser Profi hat einen Plan B, zum Beispiel einen Ersatzfotografen aus seinem Netzwerk.
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Sparen, ohne es später zu bereuen
- Kürzer buchen: Oft reicht die Begleitung bis nach dem Dessert. Die späte Party fangt ihr mit einer Fotobox ein. Was dabei wichtig ist, liest du im Ratgeber Fotobox zur Hochzeit.
- Wochentag oder Nebensaison wählen: Ein Freitag oder eine Hochzeit im Frühling oder Herbst ist bei vielen Fotografen günstiger oder zumindest besser verfügbar.
- Album später entscheiden: Nimm zuerst die digitalen Bilder. Ein Album lässt sich oft auch noch Monate später bestellen.
- Vorsicht beim Kollegen mit der guten Kamera: Das kann klappen. Aber er ist dann Gast und Fotograf zugleich, und für schwieriges Licht braucht es viel Erfahrung. Überleg dir gut, ob du dieses Risiko eingehen willst.
Häufige Fragen
Wie viele Bilder bekomme ich bei einer Ganztagsreportage?
Das ist sehr unterschiedlich. Bei einer ganztägigen Begleitung sind mehrere Hundert bearbeitete Bilder üblich. Wichtiger als die Menge ist aber, dass die entscheidenden Momente drin sind.
Ist eine Anzahlung normal?
Ja, viele Fotografen verlangen bei Vertragsabschluss eine Anzahlung, um euer Datum fix zu reservieren. Kläre auch, was bei einer Verschiebung oder Absage mit dieser Anzahlung passiert.
Lohnt sich ein zweiter Fotograf?
Bei grossen Hochzeiten mit vielen Gästen oder wenn ihr euch an verschiedenen Orten vorbereitet: ja. Für eine kleine Feier reicht meist eine Person.
Mein Fazit
Plane für einen Hochzeitsfotografen den ganzen Tag über rund 2’500 bis 5’500 Franken ein. Vergleiche nicht nur Preise, sondern ganze Galerien, Verträge und dein Bauchgefühl beim Kennenlernen. Dann bekommst du Bilder, bei denen du auch in vielen Jahren noch lächelst.
Quellen
- Bridebook: Hochzeitsbudget richtig kalkulieren
- Bridebook: Was kostet ein Hochzeitsfotograf?
- Pfeffersack: Tagessatz Fotograf Schweiz berechnen
- Eidgenössische Steuerverwaltung: Mehrwertsteuer
Stand: Oktober 2026